PRÄVENTION Warum Mammografie auch auf Herzrisiko hinweist
Dienstag, 05. Mai 2026
Mehr als nur die reine Früherkennung von Brustkrebs: Mammografie-Aufnahmen können dabei helfen, Frauen mit hohem Herzinfarkt-Risiko zu identifizieren.
Der Gender Health Gap schlägt besonders bei der Herzgesundheit zu Buche: Bei Frauen werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig zu spät erkannt und bleiben daher öfter unbehandelt. Auch deshalb versterben Frauen häufiger daran als Männer. Die Ergebnisse einer aktuellen US-Studie machen nun Hoffnung, dass sich daran künftig etwas ändern könnte. KI durchforstet Mammografie-Bilder Das Team von Wissenschaftler:innen der Radiologie-Abteilungen der Emory-Universität in Atlanta und der Mayo-Klinik in Phoenix nutzte die Daten von mehr als 123.000 Frauen, die an einem Mammografie-Screening teilgenommen hatten. Mithilfe von künstlicher Intelligenz konnten in den Aufnahmen Arterienverkalkungen erkannt und vermessen werden. Anschließend wurde je nach Schweregrad der Verkalkung der Brustarterien mit sogenannten schwerwiegenden unerwünschten kardialen Ereignissen (in der Fachsprache MACE, major adverse cardiac event), also insbesondere Herzinfarkten und Schlaganfällen, in Zusammenhang gebracht. In der Atlanta-Gruppe wiesen 16,1 Prozent der Frauen Verkalkungen in der Brustarterie auf, in den Daten aus Phoenix waren es 20,6 Prozent. Brustartierienverkalkung bedeutet ein größeres Herz-Kreislaufrisiko Die Studiendaten zeigten: Sowohl bei schweren und mittleren, jedoch auch schon bei milden Verkalkungen der Brustarterie stieg das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) signifikant an. Und zwar bedeutete jede Zunahme der Brustarterienverkalkung um einen Quadratmillimeter einen Anstieg des Risikos für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse um zwei bis drei Prozent. Weil bereits alle Frauen ab 50 routinemäßig zum Mammografie-Screening eingeladen werden, bietet dies die Möglichkeit, gleichzeitig und ohne zusätzlichen Aufwand und ohne zusätzliche Strahlenbelastung mögliche Risikokandidatinnen zu erkennen. Und zwar ohne, dass zuvor Symptome aufgetreten waren. Laut den Studienautor:innen trägt dieser Ansatz zu einer früheren und effektiveren Prävention bei Frauen bei.
Quelle: Brigitte |
